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Möchte man sich eine Ukulele zulegen, ist es meist die Ukulele, welche man kauft. Gerade aktuell zur Vorweihnachtszeit nimmt der Absatz bei Ukulelen schlagartig zu. Doch gibt es die Ukulele ansich gar nicht!

Fernab von dutzenden Herstellern und Modellen, werden Ukulelen in vier Kategorien unterteilt, welche sich auf die Größe des Instrumentes beziehen. „Ukulelen sind doch alle klein!“ könnte man nun sagen. Doch wird hier im Allgemeinen zwischen Sopran-, Konzert-, Tenor- und Baritonukulelen unterschieden. Wobei die Sopranukulele der kleinste Vertreter der vier genormten Ukulelentypen ist. Im Vergleich zu artverwandten Instrumenten, wie Gitarren oder Bässen, erscheint allerdings auch die größte Ukulele, die Baritonukulele, eher handlich.

Neben diesen Bauformen gibt es noch eine Vielzahl an verschiedenen Typen, welche ich in diesem Artikel zu erklären versuche.

Die vier Ukulelegrößen im Vergleich (Bildquelle: ukulelehub.com)

Sopran

Auch bekannt als Standardukulele, handelt es sich bei der Sopranukulele um die kleinste Ukulele der vier klassischen Bauformen. Sie ist die ursprüngliche Ukulele schlechthin und das Synonym für typische hawaiianische Ukulelenklänge. Ihre Gesamtlänge beträgt 53cm, die Länge der freischwingenden Saiten zwischen Sattel und Steg (Mensur) entspricht 33cm. Ursprünglich wurde die Sopranukulele in A D F# G gestimmt. Mittlerweile hat sich aber die, um 2 Halbtöne tiefere, G C E A-Stimmung etabliert, welche auch bei den größeren Modellen (bis auf Bariton) zum Einsatz kommt. Die meisten verkauften Ukulelen sind Sopranukulelen.

Vielfach wird diskutiert, ob Sopranukulelen gerade für große Hände nicht zu filigran sind, doch da ich selbst über 2m bin und dementsprechend große Hände habe, kann ich jegliche Vorurteile und Bedenken ausräumen. Meine Hände sind zwar so groß wie der Korpus, doch hindert mich dies nicht, Fingerbrecher a la Bb im flinken Wechsel mit anderen Akkorden, oder Melodien zu spielen. Es mag zwar etwas ulkig aussehen, aber große Hände sollten also kein Hindernis beim Ukulelenspiel darstellen. Es ist lediglich eine Frage der Gewöhnung.

Konzert

Der nächstgrößere Vertreter ist die Konzertukulele Ihre Gesamtlänge beträgt knapp 58cm, die Mensurlänge 38cm. Sie wurde als Weiterentwicklung der Sopranukulele in den 1920er Jahren entwickelt. Wie die Sopranukulele, wird auch die Konzertukulele überwiegend in G C E A gestimmt. Manchmal findet man die Low-G Stimmung, bei welcher die G-Saite um eine Oktave tiefer gestimmt ist, was einen – in der Höhe – aufsteigenden Klang aller leeren Saiten bewirkt. Für die hierbei verwendete tiefe G-Saite kommt eine drahtumwickelte Nylonsaite – ähnlich der drei tiefen Stahlsaiten einer Akustikgitarre – zum Einsatz.

Tenor

Die Tenorukulele ist die zweitgrößte Ukulelenbauform. Ihre Gesamtlänge beträgt 66cm, die Mensur 43cm. Wie auch die Konzertukulele, stammt die Tenorukulele aus dem ersten Drittel des 20.Jahrhunderts. Obwohl auch hierbei die G C E A-Stimmung verwendet wird, lässt sich der Klang nicht mehr mit den kleineren Ukulelen vergleichen. Mit größerer Mensurlänge steigt auch das Schwingvermögen der Saiten. In Verbindung mit einem größeren Korpus entsteht ein vollerer, warmer Ton, welcher länger nachhallt (Sustain), als beispielsweise bei einer Sopranukulele. In der G C E A-Stimmung wird die tiefste Saite (C) meist durch eine umwickelte Saite realisiert. Weitere gebräuchliche Stimmungen sind die Low-G, oder auch teilweise sogar D G B E – was den vier hohen Saiten einer Gitarre entspricht, mit dem Unterschied dass hierbei die D-Saite um eine Oktave höher gestimmt wird, als bei der Gitarre.

Bariton

Aus den 1940er Jahren stammt der „Kontrabass“ unter den Ukulelen: die Baritonukulele. Wie der Name schon sagt, hat man es hier mit – für eine Ukulele – relativ tiefen Tönen zu tun. Mit einer Gesamtlänge von 76cm und einer Mensur von 48cm, erinnern die Ausmaße schon an eine kleinere Akustikgitarre im 1/4-Format. Die Stimmung entspricht mit D G B E hierbei 1:1 den vier hohen Saiten der Gitarre.

weitere Bauformen und Ukuleletypen

Neben den Big4 der Ukulelenformate gibt es noch einige weitere Bauformen, welche Teils allerdings auf bereits vorhandenen Formen aufsetzen oder komplett eigenständige Instrumente darstellen und daher nicht zur klassischen Ukulelekategorisierung dienen. Zu erwähnen seien hierbei:

Sopranino

Streng genommen stellt die Sopraninoukulele die kleinste aller Ukulelen dar. Allerdings ist hierbei die Mensurlänge nicht genormt, weshalb sie nicht in einem Atemzug mit den vier genormten Größen genannt wird. Die Mensur kann je nach Modell und Hersteller variieren und liegt meist bei unter 30cm. Dementsprechend winzig sind Korpus und Hals, was filigranes, sauberes spielen und häufige, schnelle Akkordwechsel für die meisten Menschen sicherlich unmöglich macht.

Ubass / Ukulelebass / Bassukulele

Hinter dem Begriff Ubass verbirgt sich ein Produkt der Firma Kala, welches einer zu einem Bass umgebauten Baritonukulele entspricht. Der Clou hierbei sind die verwendeten Polyurethan-Saiten, welche durch ihren hohen Durchmesser von mehreren mm einen sehr tiefen, warmen Ton erreichen und Teils gar an einen Kontrabass erinnern. Trotz der Ukulelengröße, wird dieses Instrument wie ein standard 34“ Bass in E A D G gestimmt.

Gitarlele / Guitarlele / Gitalele

Paaren sich Akustikgitarre und Ukulele, wäre die Gitalele wohl das Ergebnis dieses Aktes. Die Gitalele ist eine Symbiose aus beiden Instrumenten und kann als sechssaitige Ukulele mit den Maßen einer Tenorukulele gesehen werden. Im Vergleich zur ähnlich großen 1/8 Gitarre (Kindergitarre) wird die Gitalele allerdings in A D G C E A gestimmt, was einer Gitarre mit Kapo im fünften Bund entspricht (bei Standardstimmung). Die Saiten G, C, E und A entsprechen wiederum der Low-G-Stimmung.

Banjolele

Ein weiterer Zwitter aus zwei Instrumenten ist die Banjolele, welche eine Mischung aus – oh Wunder – Banjo und Ukulele darstellt. Simpel gesagt wurde hierbei ein Ukulelenhals (meist einer Tenorukulele) an den Kessel eines Banjos montiert, was je nach Sichtweise ein kleines Banjo oder eben eine Ukulele mit Banjokessel als Korpus ergibt. Der Ton ist banjotypisch quakend, die Stimmung meist die Standardukulelenstimmung.

achtsaitige Ukulele

Achtsaitige Ukulelen werden meist im Format der beiden größten Ukulelentypen hergestellt. Häufig sind dies Tenorukulelen mit eben acht Saiten, wobei diese in Chören gestimmt sind und wie normale viersaitige Ukulelen gespielt werden. Der Klang erinnert an eine Mischung aus Mandoline und zwölfsaitiger Westerngitarre.

Resonatorukulele

Auf dem Prinzip der Resonatorgitarre basiert auch die Resonatorukulele. Der markanteste Unterschied zu klassischen Holzinstrumenten, ist hierbei der Korpus, welcher statt eines Schalloches über einen so genannten Resonator verfügt. Ein mechanischer Lautsprecher aus Metall, der dem Instrument einen ganz eigenen, unverkennbaren bluesigen Sound verleiht. Häufig besteht der ganze Korpus aus Metall. Die Baugrößen richten sich nach den vier klassischen Ukuleleformaten.

Harp Ukulele

Eine eher unbekanntere Art der Ukulele stellt diese Mischung aus Harfe und Ukulele dar. Der Korpus ist hierbei mit einem geschwungenen Arm ausgestattet, welcher parallel zum Hals liegt und mit weiteren, tieferen Saiten bespannt ist. Diese Saiten werden lediglich offen gezupft und nicht gegriffen.

E-Ukulele

Ansich lässt sich jede normale Akustikukulele zu einer E-Ukulele umbauen. Spezielle Piezotonabnehmer werden unter dem Steg montiert und wandeln die akustischen Schwingungen in elektrische Signale um. Über eine Buchse wird das Signal an einen Verstärker ausgegeben. Der Umbau erfordert handwerkliches Geschick und mindestens rudimentäres Wissen im Bereich der Elektrotechnik. Wie bei einer E-Gitarre lassen sich Effekte im Signalweg einbauen. Ob es allerdings Sinn macht, eine Ukulele mit Wahwah und Distortion zu spielen sei mal dahigestellt. Im cleanen Kanal allerdings eine sehr praktische Sache, um z.B. bei Konzerten angemessene Lautstärken zu erreichen. Mittlerweile gibt es E-Ukulelen mit Vollholzkörper (solidbody), welche die Optik bekannter E-Gitarrenmodelle nachahmen. Die Baugrößen sind hierbei allerdings die selben, wie bei klassischen Akustikukulelen.

Dieser Artikel ist nun Bestandteil der Ukulelegrundlagen (Kapitel 2.1: Bauformen, Größen und Typen der Ukulele)

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